Ich bin Malala – von Malala Yousafzai

Ich bewundere Malala seit ihrer Rede vor den Vereinten Nationen 2013 und habe mich riesig gefreut, dass sie letztes Jahr den Friedensnobelpreis erhalten hat. Und seit damals wollte ich immer auch mal ihr Buch lesen. Jetzt habe ich es getan. Und das war eine ganz schöne Herausforderung.

„Ich bin Malala“ erzählt Malalas Leben von ihrer Kindheit in Pakistan bis zur Zeit ihrer Genesung in Birmingham. Was mir so nicht bewusst war, macht einem das Buch bewusst. Von ihrer Geburt an war sie in ihrem Land, in ihrer Kultur benachteiligt. Sie ist ein Mädchen. Mädchen werden in ihrer Kultur meist nicht in die Schule geschickt. Sie sollen Kinder kriegen und den Haushalt machen. Mehr nicht.

Malala hatte Glück. Ihr Vater ist anders. Er freut sich über die Tochter, trägt sie entgegen der Tradition in den Familienstammbaum ein und sorgt dafür, dass sie zur Schule geht. Er gründet selbst eine Schule und betreibt sie, auch noch zur Zeit der Taliban.

Malala beschreibt die geschichtliche Entwicklung Pakistans, das von Volksstämmen bewohnt wird, ebenso wie das benachbarte Afghanistan. Sie erzählt von Korruption in der Politik des Landes, Armut im Volk während sich Politiker bereichern und macht deutlich, wie leicht es ist, Ideologien in einem Volk zu verbreiten, das nie Bildung erhalten hat und noch nach uralten Stammestraditionen lebt, zu denen auch die Blutrache zählt.

Ich musste das Buch mehrfach beiseite legen, tief ein- und ausatmen und mich mal kräftig schütteln. Manchmal hatte ich das Gefühl, ein Terrorakt folgt dem nächsten und überall in Malalas Leben war Gewalt. Umso mehr erstaunt es, wie sie damit umging und heute umgeht. Es scheint, als hätte sie nie Angst gehabt. Schon als Kind hat sie sich dafür eingesetzt, dass Mädchen zur Schule gehen dürfen. Ihr Vater tat das auch. Später taten sie es zusammen. Dafür war sie im ganzen Land bekannt. Und seit Talibanzeiten auch weltweit, denn sie bloggte unter einem Pseudonym über den Alltag eines Mädchens unter den Taliban. Von all dem hatte ich keine Ahnung.

Diese Bekanntheit sollte ihr nach dem Anschlag der Taliban auf sie das Leben retten. Denn obwohl Malala schnell intensivmedizinisch versorgt wurde, verschlechterte sich ihr Zustand rapide, weil niemand ausgebildet war, ihre Art  der Kopfverletzung professionell zu behandeln. Zwei gerade im Land befindliche britische Ärzte retteten ihr das Leben und sorgten später dafür, dass sie einen Platz im Krankenhaus in Birmingham erhielt und dort weiter behandelt werden konnte.

Fazit: Lesenwert. Das Buch gibt einen Insider-Einblick in die Geschehnisse in Pakistan, den man aus den westlichen Medien nicht erhält. Und es erzählt die spannende Lebensgeschichte einer für mich bewundernswerten jungen Frau.

Hier ist der Link zum Buch:
Ich bin Malala: Das Mädchen, das die Taliban erschießen wollten, weil es für das Recht auf Bildung kämpft

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